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Soltau

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Soltau ist eine niedersächsische Stadt in der Lüneburger Heide im Landkreis Soltau-Fallingbostel.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Soltau liegt zentral zwischen Bremen, Hamburg und Hannover in der Lüneburger Heide am Fluss Böhme. Der Name Soltau ist entstanden aus Solt (Salz) und -au (Fluss).

Gemeindegliederung

16 Ortschaften gehören zum Stadtgebiet von Soltau:

(Einwohner am 1. Juli 2003)[1]

  1. Ahlften (513)
  2. Brock (158)
  3. Deimern mit Timmerloh und Harmelingen (198)
  4. Dittmern mit Friedrichseck und Hambostel (783)
  5. Harber (1.291)
  6. Hötzingen (332)
  7. Leitzingen (62)
  8. Marbostel (112)
  1. Meinern (320)
  2. Mittelstendorf (160)
  3. Moide (39)
  4. Oeningen (149)
  5. Tetendorf (202)
  6. Wiedingen (142)
  7. Woltem (307)
  8. Wolterdingen (1.012)

Klima


Geschichte

Mittelalter

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird Soltau im Jahr 936 als "Curtis Salta". König Otto der Große schenkt das Erbgut Soltau dem Stift Quedlinburg.

1304 wird die Vogtei Soltau an das Domkapitel zu Verden verkauft. 1383 wird das Dorf in die Nähe von Hagen und Burg, die heute die Innenstadt darstellen, verlegt. Das Stadtrecht erhält Soltau 1388, 12 Jahre später, im Jahr 1400, wird der Gildebrief ausgestellt, welcher zum Handel berechtigt. 1452 leben 43 Bürger in Soltau, dies belegt die älteste Bürgerliste im Stadtbuch. Im Jahr 1511 wird Soltau durch einen Brand vollständig zerstört.

Die letzte bekannte Ritterschlacht überhaupt findet 1519 in der Nähe von Soltau statt und ist als Hildesheimer Stiftsfehde bekannt.

Neuzeit

1588 wird das erste Schulgebäude gebaut, der erste nachweisliche Schulunterricht findet bereits 1563 statt. Auch die Pest macht vor Soltau nicht halt, sie wütet 1626 und lässt die Einwohnerzahl auf 60 sinken.

Zum ersten Mal Garnisonsstadt wird Soltau im Jahr 1712, in diesem Jahr wird auch die erste Tuchfabrik errichtet. Napoleonische Truppen besetzen die Stadt 1803 und machen sie 1810 zur französischen Grenzstadt zu Westfalen. 1813 beenden Lützower Jäger und Kosaken die zehnjährige Besatzungszeit.

Ab 1873 führt die erste Bahnlinie, welche Bremen und Berlin verbindet, durch Soltau, später (1901) folgt noch die Strecke Hamburg-Hannover, die Heidebahn. 1885 wird Soltau zur Kreisstadt ernannt. An Heiligabend 1906 zerstört ein Brand die St.Johannes-Kirche, diese wird wieder aufgebaut und steht noch heute. Sie wurde bereits 1464 erstmals urkundlich erwähnt. 1911 wird die Lutherkirche als zweite evangelische Kirche eingeweiht, 1915 folgt die katholische St. Marienkirche. Eine königliche Offiziersreitschule wird 1913 gegründet.

Das Lager Soltau, das größte deutsche Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkrieges, wird 1914 errichtet. Im Zweiten Weltkrieg verläuft die Front zeitweise durch die Stadt. Durch Bombenangriffe, bei denen um ein Vielfaches mehr zivile als militärische Opfer zu beklagen sind, wird sie im April 1945 teilweise zerstört.

In Soltau kam es noch im April 1945 zu dem bemerkenswerten Geschehen, dass sich KZ-Häftlinge aus einem durch Bombenangriffe liegengebliebenen Eisenbahnzug befreien konnten und von Wehrmachts-, SS- und Hitler-Jugend-Angehörigen, unter Mithilfe einiger Bürger der Stadt, gejagt und erschossen wurden. Einige wenige Bürger unterstützten die Geflohenen unter Gefahr für das eigene Leben mit Nahrungsmitteln und Kleidung. Gerichtsverfahren gegen Beteiligte in der Nachkriegszeit endeten mit Freisprüchen aus Mangel an Beweisen. Somit muss man heute zwar von mehreren belegten Tötungen, jedoch nicht von Ermordungen ausgehen. Seit Anfang 2005 wurde über ein Mahnmal für "alle Opfer der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft" aus acht Musterstelen des Berliner Holocaust-Mahnmals diskutiert, wobei eine über das Internet durchgeführte Befragung der "Böhme-Zeitung" ergab, das eine große Mehrheit der Befragungsteilnehmer dem Mahnmal ablehnend gegenüberstand. Dies sorgte überregional für Aufsehen und gab den Befürwortern die Möglichkeit, den Gegnern eine nationalsozialistische Gesinnung vorzuwerfen. Von den Planern des Mahnmals angestrebte zentrale Aufbauorte wie direkt vor dem Bahnhof konnten jedoch von diesen nicht durchgesetzt werden. Dieses Mahnmal entstand vom Herbst 2006 bis März 2007 in der Nähe der abseits gelegenen Tötungsstelle am Forst "Sibirien", genau auf dem Platz steht heute ein Krankenhaus. Die massive Ablehnung des Mahnmals durch alteingesessene Soltauer Bürger wird von ihnen häufig mit fehlenden Gedenkmöglichkeiten an die vielen zivilen und militärischen Opfern aus den eigenen Reihen begründet, da diese offensichtlich nicht von dem Mahnmal mit erfasst werden.

Gegenwart

1949 wird Soltau Britische Garnison, das britische Kasernengelände wird 1993, ein Jahr nach dem Abzug der britischen Truppen, als erstes in Deutschland in private Nutzung umgewandelt, heute steht auf dem Gelände unter anderem die Stadthalle. 1972 wird Soltau staatlich anerkannter Erholungsort. Im Jahr 1977 werden die Landkreise Soltau und Fallingbostel zum Kreis Soltau-Fallingbostel zusammengelegt; Soltau verliert den Kreissitz.

Der Heide-Park wird im Jahr 1978 eröffnet, heute ist er der größte Freizeitpark Norddeutschlands, in dem unter anderem im Jahr 2001 "Colossos", die damals größte und steilste Holzachterbahn der Welt, und im Jahr 2003 "Scream", der höchste Freifallturm der Welt, eingeweiht wurde. 2007 folgte die Fahrattraktion "Desert Race". Weitere Touristenattraktionen kommen mit der Soltau Therme 1990 und mit dem Norddeutschem Spielzeugmuseum im Jahr 1994 hinzu.

1998 eröffnet ein Fachmarktzentrum im Gewerbegebiet Alm. Seit 1996 wird in Soltau über den Bau eines 20.000 m² großen Factory-Outlet-Center diskutiert. Die Stadt scheiterte mehrmals vor Gericht, zuletzt 2006 endgültig vorm Bundesverwaltungsgericht. Vor allem die umliegenden Städte Verden, Rotenburg und Lüneburg hatten gegen den Bau protestiert. Seit 2006 läuft nun ein "Zielabweichungsverfahren", das den Bau trotz letztinstanzlicher Absage ermöglichen könnte. Auch die Nachbargemeinden Bispingen (seit 2005) und Bad Fallingbostel (seit 2007) planen ein FOC.

Am 20. Oktober 2004 erschüttert ein Erdbeben der Stärke 4.5 auf der Richterskala mit Epizentrum in Neuenkirchen die Region.

Im März 2007 wird ein Konzept für die Umgestaltung der Innenstadt vorgestellt. Es ist geplant, den in den 1970er Jahren gebauten und seit 2004 ungenutzten "Schaper-Markt", eine Fußgängerbrücke (im Volksmund "Fenner-Kringel") und ein Parkhaus abzureißen und die Bühne im Hagen zu versetzen, so dass ein neues Gebäude mit einer Gesamtverkaufsfläche von ca. 4000 m² entstehen kann. Dies würde der Innenstadt ein komplett neues Gesicht geben.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 34 Ratsmitglieder

Städtepartnerschaften

Sehenswürdigkeiten

Bild:Soltaualtesrathaus.JPG
Altes Rathaus Soltau

Heide-Park, Rathaus, Norddeutsches Spielzeugmuseum, Museum Soltau, Soltau-Therme, Heidenhofer Kapelle (Baujahr 1349), Hagen mit Heiratsbrunnen, Wacholderpark, Park am Halifax, Golfanlage Hof Loh.

Wirtschaft und Verkehr

Verkehr

Soltau hat zwei Personenbahnhöfe ("Soltau (Han)" und "Soltau Nord") an der Eisenbahnstrecke "Amerikalinie" (KBS 116) von Bremen nach Uelzen und an der "Heidebahn" (KBS 123) von Buchholz (Nordheide) nach Wedemark-Bennemühlen Es bestehen ferner Verbindungen im Güterverkehr nach Celle und Lüneburg.

Soltau besitzt die Autobahn-Ausfahrten Soltau-Süd und Soltau-Ost an der A 7. Weitere Verbindungen bestehen über die Bundesstraßen B 3, B 71 und B 209 und Landesstraße L 163.

Persönlichkeiten

Quellen

  1. Quelle: http://www.soltau.de/dokumente/36227/KENNZAHLEN%202003.pdf
  2. Geoklima 2.1

Weblinks

en:Soltau

eo:Soltau fr:Soltau ja:ゾルタウ lmo:Soltau nl:Soltau ru:Зольтау sv:Soltau

vo:Soltau

Von „http://www.lexidict.de/wiki/Soltau

Diese Seite wurde bisher 186-mal abgerufen. Diese Seite wurde zuletzt am 3. Dezember 2007 um 15:43 Uhr geändert. Inhalt ist verfügbar unter der GNU Free Documentation License 1.2.




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