Politische Linke
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Unter der politischen Linken werden relativ breit gefächerte weltanschauliche Strömungen des politischen Spektrums verstanden. Mit linker Politik werden sehr unterschiedliche Umsetzungsversuche jener ideologischen Ansätze bezeichnet, welche die Aufhebung von als Unterdrückung begriffenen sozialen Strukturen zugunsten der wirtschaftlich unterprivilegierten Bevölkerungsteile zum Ziel haben.
Bereits im unmittelbaren Vorfeld der ersten – der „großen“ – Französischen Revolution (1789-1799) angewandt, hat sich der Begriff der politischen „Linken“ (und deren Gegenpol, der „Rechten“) während der sogenannten „Julimonarchie“ in Frankreich nach der Julirevolution von 1830 für die Einteilung der parlamentarischen Sitzordnung etabliert. Inhaltlich wurden damals unter der Linken zunächst alle in Opposition gegenüber den tradierten Herrschaftsformen der europäischen Staatsgebilde der frühen Neuzeit stehenden politischen Vorstellungen subsumiert. In diesem Verständnis wurden mit der Linken tendenziell antimonarchistische und republikanische, auch am klassischen Liberalismus orientierte politische Strömungen bezeichnet.
Im heutigen Sprachgebrauch wird unter einer „linken“ politischen Positionierung in der Regel eine Haltung verstanden, die sich ideologisch von mehr oder weniger ausgeprägten und gefestigten sozialistischen Grundsätzen ableitet. Er wird vor allem angewendet auf den Kommunismus oder den Anarchismus. Historisch stärker, in der Gegenwart eingeschränkter auch auf die Sozialdemokratie, und bisweilen den Sozialliberalismus (resp. Linksliberalismus) [1][2].
Obwohl die Einteilung der politischen Pole in rechts und links angesichts der Komplexität der modernen Anforderungen in der gesellschaftspolitischen Praxis sowohl auf nationalstaatlich-innenpolitischer und mehr noch auf internationaler Ebene zunehmend umstritten ist, ist eine entsprechende Einordnung im alltäglichen Sprachgebrauch weiterhin üblich und auch in der Öffentlichkeit, zum Beispiel in den Massenmedien, verbreitet. Sie dient beispielsweise sowohl der eigenen weltanschaulichen Standortbestimmung und Identifikation von Individuen, politischen Gruppen und Parteien, als auch der Abgrenzung von politischen Gegnern.
Weblinks
- Mathias Greffrath, Was heißt links? aus: Die Zeit 29/2005
- Norman Birnbaum: Ist die Linke obsolet? In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Ausgabe 6/2005, S. 704-714.
- FR-Dossier: What’s left? (Frankfurter Rundschau)
- Luke March: „Parteien links der Sozialdemokratie in Europa - Vom Marxismus zum Mainstream?“, pdf-Datei, November 2008, Reihe Internationale Politikanalyse der Friedrich-Ebert-Stiftung
- ↑ Adams, Ian (2001), Political Ideology Today (Politics Today), Manchester: Manchester University Press, ISBN 0719060206 (p.32): „Liberal parties in Europe now find their niche at the centre of the political spectrum“.
- ↑ Slomp, Hans (2000). European Politics Into the Twenty-First Century: Integration and Division. Westport: Praeger. ISBN 0275968146. (p.35): „Conservative liberals occupy a place at the right end, social liberals in the middle.“
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