Kulturkritik
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Kulturkritik ist die Kritik an (einer) Kultur, die als disparat zu menschlichen Bedürfnissen verstanden wird. Sie bezieht sich auf Kultur als Form einer Verstellung, Entstellung (Deformation), Entfremdung, Degeneration, Unvollständigkeit oder Fremdbestimmtheit menschlicher Seinsweisen bzw. Lebensverhältnisse. Sie hat die Lebensweise der Menschen und den Sinn ihrer Lebensgestaltungen zum Gegenstand.
Kulturkritik kennt viele Ausdrucksformen. Sie ist weder ein Fach noch eine Residualdisziplin, eine Methode oder eine wissenschaftliche Fragestellung. Man kann sie auch nicht als einen „Denkstil“ bezeichnen, der fachspezifische Wissensbestände umfasst und den ein „Denkkollektiv“ entwickelt. Es existieren weiterhin keine fest umrissenen kulturkritischen Gegenstände und Themen. Kulturkritik kann als normativ aufgeladener Reflexionsmodus verstanden werden, der sich gegen Phänomene der Moderne richtet. Darunter fallen Einsprüche von Intellektuellen, Klagen über den allgemeinen Verfall der Sitten und der Gesellschaft, über Entfremdung und Rationalisierung, über die unheilvolle Herrschaft des Geldes, der Technik oder der Medien. Der Begriff verweist auf ein disziplinloses „wildes“ Denken, das Blickfelderweiterungen verspricht, das mit der Moderne entsteht und das gegen die Moderne Verlustgeschichten aufbietet. Kulturkritik verarbeitet eher unsystematisch und osmotisch (vom Alltagswissen bis zum philosophischen Wissen) die unterschiedlichsten Wissensbestände.
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