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Gemeinwohl

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Unter dem Gemeinwohl, auch bekannt als Wohlfahrt, versteht man den Nutzen (Wohlergehen) einer Gesellschaft. Eine solche Gesellschaft können z. B. das Volk eines Staates, die Völker einer Vertragsgemeinschaft oder die Angehörigen einer bestimmten Religion sein. Politische und ökonomische Entscheidungen, welche einem Teil dieser Gesellschaft (im Grenzfall allen) größeren Nutzen stiften, als durch sie Nutzen in den anderen Gruppen der Gesellschaft verloren geht, gelten als Steigerung des Gemeinwohls. Das genaue Ausmaß des Konstrukts "Nutzen" ist jedoch nicht allgemeingültig messbar, weshalb sich immer wieder Streit daran entzünden muss, ob ein Vorhaben tatsächlich die Wohlfahrt mehrt oder mindert.

Dass es überhaupt ein Gemeinwohl geben könne, das a priori feststellbar sei, wird insbesondere von den Vertretern des Pluralismus abgelehnt. Gemeinwohl könne sich nur a posteriori, aus einem freien und fairen Prozess der staatlichen Willensbildung unter Einbeziehung der Interessengruppen ergeben. Pluralistische Systeme seien nach Ernst Fraenkel von totalitären Systemen, die die Hoheit über die Definition des Gemeinwohls für sich beanspruchen, abzugrenzen.

Rousseau dagegen meint, dass sich das Allgemeinwohl finden lasse, wenn jeder unabhängig von den anderen (insbesondere ohne Parteibildung) nach dem allgemeinen Willen, der volonté générale, suche. "Wenn die Bürger keinerlei Verbindung untereinander hätten, würde, wenn das Volk wohlunterrichtet entscheidet, aus der großen Zahl der kleinen Unterschiede immer der Volonté générale (Gemeinwille) hervorgehen, und die Entscheidung wäre immer gut." (Gesellschaftsvertrag, Buch 2, Kap.3)

Nach der Diskurstheorie von Jürgen Habermas kann es im herrschaftsfreien Diskurs, der auf den Ausgleich der unterschiedlichen Interessen abzielt, über Einsicht bestimmt werden. Voraussetzung ist, dass über die Spielregeln, unter denen der Konflikt der verschiedenen Interessen ausgetragen wird und die Teil des oben genannten, allgemeinsten Normensystems sind, ein einsehbarer Konsens besteht. Außerdem ist dafür wichtig, dass kein relevantes Interesse vom „Markt des Ausgleichs“ ausgeschlossen ist.

In vielen politischen Philosophien hat das Gemeinwohl eine große Bedeutung. So schreibt z. B. der griechische Philosoph Platon in seinem staatsphilosophischen Hauptwerk, der Politeia, dass nur Philosophen wüssten, was dem Gemeinwohl dient und deshalb die Regierung übernehmen sollten.

Das Gegenteil einer gemeinwohlorientierten Politik ist eine von persönlichen Machtinteressen bestimmte Politik. Diese dient entweder nur den Machthabern oder bestimmten Machtgruppen, die nicht direkt als Machthaber in Erscheinung treten, nicht aber der Gemeinschaft. Erstgenanntes lässt sich vor allem in absolutistischen Monarchien oder Diktaturen beobachten. Von Machtgruppen geleitete, wohlfahrtsmindernde Politik findet sich in unterschiedlich starker Ausprägung in allen politischen Systemen (siehe auch Lobbyismus).

Im deutschen Grundgesetz (Art. 14, Abs. 2) wird der Gebrauch des Eigentums ausdrücklich durch die Verpflichtung eingeschränkt, zugleich dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen.("Sozialpflichtigkeit des Eigentums")




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Die Bürgerstiftung ist eine Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation von Bürgern für Bürger. Bürgerstiftungen sind Stiftungen, die sich fördernd und operativ für das lokale Gemeinwohl einsetzen.
Die '''Apollo-Technik''' ist eine Methode des [[Kooperatives Lernen|Kooperativen Lernens]] und gehört zur [[Civic Education]]. Mit dieser Methode können [[Regel]]n für das Miteinander erstellt werden. Die Regeln können für eine [[Schulfahrt|Klassenfahrt]], für die Zusammenarbeit im [[Unterricht]], in einer Abteilung oder in der ganzen [[Schule]] aufgestellt werden. Dies könnte dann auch zu einer [[Schulverfassung]] führen.
Die '''Republik''' (über [[Französische Sprache|frz.]] ''république'' von [[Latein|lat.]] ''res publica'', „öffentliche Angelegenheit“) ist eine [[Staatsform]], die sich an [[Gemeinwesen]] und [[Gemeinwohl]] orientiert und seit der [[Römische Republik|römischen Antike]] und insbesondere der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] in erster Linie als Gegenmodell zur [[Monarchie]] verstanden wird. Nach modernem Verständnis ist sie eine Herrschaftsform „''bei der das Staatsvolk höchste Gewalt des Staates und oberste Quelle der Legitimität ist''“<ref>http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=AG1XSO</ref>. In den frühromantischen Schriften [[Friedrich Schlegel]]s hingegen, also etwa zur Zeit der Französischen Revolution, wird der Republikanismus, das heißt die Orientierung der [[Politik]] am Gemeinwohl, durchaus als mit einer Monarchie vereinbar betrachtet<ref>Friedrich Schlegel, ''Versuch über den Begriff des Republikanismus'', 1796.</ref>.
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